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Urdenbach ist ein Stadtteil von Düsseldorf und hat zurzeit ca. 10.500 Einwohner. Er erstreckt sich über eine Fläche von 7,64 km².

Für den Namen Urdenbach werden in alten Dokumenten folgende Schreibweisen verwendet: Vrdenbach, Vyrdenbach, Ordenbach und Oerdenbach. Vor 1592 wurde der Namen häufig zusätzlich mit der Präposition up, op oder of versehen. Zur Namensdeutung gibt es mehrere Varianten. Eine dieser Varianten geht von einem keltischen Namen für Sumpfland aus, das mit Urdefa bezeichnet wurde. Nach einer anderen Variante ist der Namen von dem Bach abgeleitet, der heute noch durch Urdenbach verläuft. In einer Kartenskizze von 1674 wird der südliche Mündungsarm der Itter Ordenbach genannt. Up der Ordenbach wäre damit eine Lagebezeichnung für eine Siedlung gewesen. Eine Urkunde von 1523 bestätigt diese Variante. Hierin wird für das Kirchenspiel Benrath angeführt: „Raede ader Benraide im Lande van Berge bei der Vyrdenbach gelegen“.

 

Urdenbach muss spätestens zu Beginn des 14. Jahrhunderts bestanden haben. In einer Gerichtserkundung von 1555 wird für das Amt Monheim 1363 unter anderem eine Ortschaft Ordenbach angeführt. In einem weiteren Dokument von 1385 wird für die Lage eines Hofes up der Oerdenbach angegeben. Ein Gerichtssiegel von 1454 wird verwendet für das Landgericht Ordenbach und Hemmelgeist. Für dieses Gericht wird angeführt, dass die honschafft (Ortschaft) Ordenbach 3 Scheffen (Schöffen) und Hemmelgeist den Vogt und 4 Scheffen für die 5 honschafften: Benrod, Itter, Hemmelgeist, Wersten und Holthusen, beistellen. Im späten Mittelalter war Urdenbach somit neben Himmelgeist im Düsseldorfer Süden eine der Hauptortschaften.

In der Gerichterkundung von 1555 werden für das Amt Monheim 5 Gerichte namentlich angegeben und zwar neben Monheim: Hittorp, Richrod, Ordenbach und Hemmelgeist. In diesem Dokument wird zusätzlich angeführt: „seindt unijrt und Hemmelgeist in Ordenbach geschlagen“. Das Gericht tagte somit in Urdenbach. Als Gerichtsgebäude wird das 1535 errichtete und noch heute bestehende Fachwerkhaus, Urdenbacher Dorfstraße 44/48, benutzt.

Von den größeren Gütern und Höfen in der Gemarkung Urdenbach sind alte Urkunden vom Braß-Gut, Buchholzer Hof, Hof Vollhausen und Haus Endt vorhanden. Das Gebiet um die Ortschaft Urdenbach bestandt bis nach dem 15. Jahrhundert weitgehend aus Wäldern, die teilweise dem Neusser Frauenstift St. Quirin gehörten. Teile dieser Wälder wurden gerodet und die neuen Ländereien zur Erbpacht vergeben oder verkauft.

  • 1430 erwirbt der bergische Kanzler Peter von Lennep den Hof Vollhausen vom Neusser Kapitel. Spätere Eigentümer des Hofes sind im 16. Jahrhundert die Familie Hammerstein und danach die Herren von Troisdorf.
  • 1438 wird der Buchholzer Hof als Eigentum des Neusser Frauenstifts St. Quirin angeführt. Der Stift verpachtete den Hof an Halfmännder. Diese mussten die Hälfte des Hofertrages als Pachtgebühr an den Stift abführen. Der Hof blieb bis zur Säkulariation 1802 im Besitz des Stiftes und wurde dann Eigentum des Staates. 1830 wurde der Hof von Johann Peter Urban Leven, dem Benrather Bürgermeister, erworben. 1842 kauft der Fürst Peter von Arenberg den Hof vom Eigentümer Leven. Im 20. Jahrhundert wechselt mehrfach der Besitzer bis er Eigentum der Stadt Düsseldorf wurde. Anfang der 1970er Jahre wird der Hof für die Bebauung von Garath abgerissen.
  • 1664 erwirbt die reformierte Gemeinde Urdenbach die Besitzrechte am Braß-Gut.
  • Das 1974 abgerissenen Vorderhaus Endt stammte aus dem Jahr 1659. Die Hofanlage mit Herrenhaus, Scheune und Stallungen ist aber älter. Von der Familie Kappel, bezeugt ein Peter Kappel (geb. 1586) bei den Verhandlungen des Westfälischen Friedens, dass bereits 1582 in Benrath und Urdenbach die reformierte Religion ausgeübt wurde. Der Vater von Peter Kappel, Gerhard Kappel, bewirtschafte aber bereits den Hof Endt. Als der Kurprinz Jan Wellem1682 den Landtag einberief, weigerten sich die Stände, im damaligen Wasserschloss Benrath zu tagen. Sie eröffneten deshalb die Verhandlungen im Haus Endt. Um 1770 musste die Familie Kappel den Hof verkaufen, da sie bei dem damaligen Kurfürsten Carl Theodor in Ungnade gefallen war. Danach wechselte der Hof mehrfach den Besitzer. Der letzte Privatbesitzer, Diergardt, verkaufte 1960 den Hof an die Stadt Düsseldorf

Früher war Urdenbach ein bedeutender Handelsort mit einem Handelshafen am Altrhein, der sich nach einem extremen Hochwasser im 14. Jahrhundert gebildet hatte. Die Bedeutung des Hafens im Mittelalter ist erkennbar bei der Belagerung der Stadt Neuss durch Karl der Kühne von Burgund 1475. Das Ersatzkorps für Neuss, das die Stadt Köln stellte, wählte als Standort für das Nachschublager Urdenbach. Der Nachschub wurden mit Rheinschiffen über den Hafen angeliefert.

Mit zunehmender Verlandung des Altrheines kam später der Hafenbetrieb zum Erliegen. Die Bedeutung des Ortes verringerte sich dadurch und ab 1808 zur Franzosenzeit wurde Düsseldorf-Benrath zur Obergemeinde im heutigen Düsseldorfer Süden. Die ehemalige größere Bedeutung Urdenbachs ist noch heute an vielen Sehenswürdigkeiten und Fachwerkhäusern zu erkennen. Hierzu zählen unter anderem die Böke-Pomp von 1874, das Spritzenhaus von 1784, die barocke evangelisch-calvinistische Dorfkirche von 1692/1693 und die neuromanische katholische Herz-Jesu-Kirche, die 1893/1894 gebaut wurde.

Quelle: Wikipedia

 

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